Die neunte Klasse war so spannend, dass ich sie mir dann gleich zweimal antuen mußte. Der Vorteil war, dass auch die Lehrer wechselten.
Irgendwann in der Realschule fing ich dann auch an, bei der Schülerzeitung mitzumachen, Layout, Artikel schreiben usw. Und das alles mit Schreibmaschine, Kopierer, Kleber und Schere! Ein interessantes Erlebnis war auch das Wochenendseminar der Thomas-Dehler-Stiftung in München für Schülerzeitungsmacher. Hier war ein Besuch des „Theater der Jugend“ auf dem Programm und damit verbunden ein Artikel über dieses und das dargebotene Stück. Nicht traumatisierend, sondern irgendwie prägend, trotz Thomas-Dehler-Institut.
In der 10. Klasse dann doch wieder ein Trauma, der erfolgreich abgelegte RW-Lehrer, der die alte Klasse zur Mittleren Reife geführt hatte, übernimmt nun ausnahmsweise noch unsere Klasse (wieder) (Trauma). Trotzdem die Mittlere Reife erfolgreich absolviert (Schnitt 2,5 in den Prüfungsfächern), am Ende noch der obligatorische Tanzkurs mit den Mädels von St. Ursula im Tanzhaus mit Abschlußball (insgesamt ein weiteres Trauma). Aber die reguläre Schulzeit nun zu Ende gebracht. Mal sehen, wie es weitergeht.
Irgendwann muß man sich die Frage stellen, was für einen Beruf man denn eigentlich ergreifen will. So auch ich. Es war einmal Bäcker und Konditor im Gespräch, aber als man mir sagte, welche Arbeitszeiten beim Bäcker anstehen, suchte ich mir etwas anderes. Da wir zuhause eine Schreinerei hatten, war das dann auch das Naheliegendste und so begann ich nach der Mittleren Reife 1983 mine Lehre als Schreiner, Zuerst das BGJ, wieder Schule. Von der ganzen Klasse wohnte ich am nächsten zur Schule, teilweise kamen die Mitschüler aus Nördlingen oder noch weiter, aber ich war glaube ich der Einzige, der regelmäßig zu spät kam.

Sonst kann ich mich in Bezug ans BGJ nur an Unwesentliches erinnern: da war eine Prüfung, die wir geschrieben haben. Hier waren die Schüler der beiden BGJ-Klassen alphabethisch geordnet an den Eingängen zu zwei Klassenzimmern angeschrieben, wer in welches gehen sollte zum Schreiben der Prüfung. Irgendwie war scheinbar bei meinem Namen gerade die Trennung der beiden Gruppen und so wurde mein Name auf keiner der Listen aufgeführt. Ich wollte schon wieder gehen, da sagte man zu mir, dass sie doch noch ein Plätzchen für mich hätten.

Die Ausbildung absolvierte ich dann in der Schreinerei meines Vaters, habe viel gelernt und dann auch die Gesellenprüfung gemacht.